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Zeitpunkt der Beobachtung/Wahrnehmung der Symptome
Im ersten Lebensjahr beginnt normalerweise die Sprachentwicklung bei jedem Kleinkind. Bei Autisten gibt es fast immer eine Verzögerung in dieser Entwicklung. Die sprachlichen Probleme führen in der Regel auch zu Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen/Kindern.
Merkmale und Auffälligkeiten
Die Symptome im Bereich der Sprache & Kommunikation zeigen sich in den nachfolgenden Merkmalen:
Sprechhemmung oder Stummheit (Mutismus)[i]
- Schätzungsweise werden die Hälfte aller autistischer Personen nie sprechen lernen. Häufig wird das Phänomen beobachtet, dass Kinder die Sprache zu lernen beginnen und erste einfache Sätze formulieren können. Doch bereits nach kürzester Zeit vergessen diese Kinder ihren erlernten Wortschatz und können keine Formulierungen mehr vornehmen.
- Schweigen auf Fragen
Nachsprechen/Wiederholen von Wörtern (Echolalie)
- Sätze und Wörter von Gesprächspartnern werden wiederholt oder einfach nachgesprochen (teilweise wirkt dieses Verhalten provokativ und stur)
- die inhaltliche Bedeutung und die Verwendung der wiederholten Wörter sind dem Autisten weitestgehend unbekannt
- sinnfreie Wiederholungen der Wörter, d.h. die Sprache hat keine kommunikative Funktion
- Wiederholung bestimmter Formulierungen (Perseveration)
Aussprache & Artikulation
Flache oder fehlende Prosodie
Unter Prosodie versteht man die speziellen Eigenschaften der gesprochenen Sprache. Hierzu zählen unter anderem Akzente, Töne und Sprechgeschwindigkeit. Autisten weisen oft eine flache oder fehlende Prosodie auf: d.h. sie haben eine eintönige einschläfernde Tonlage (auch als „Leiern“ bekannt). Die Betonung und der Rhythmus scheinen der Situation und dem Sprachinhalt unangemessen.
Wortneuschöpfungen (Neologismen)
Hierunter fallen alle willkürlich geschaffenen Wortneukombinationen. Eine Wortneuschöpfung ist z.B. Politesse (aus Polizei und Hostess). Bei den von Autisten benutzen Neologismen, ist das Verständnis über die Neukreation des Wortes fast ausschließlich dem Autisten selbst bekannt.
Pronominale Umkehr
Autisten vertauschen oft die Pronomen (pronominale Umkehr). Sie sprechen daher bei anderen von „ich“ und wenn es eigentlich um sie selbst geht von „du“ oder „der“ sowie „die“ (in der 3. Person). Dieses Verhalten ist sehr auffällig und wird häufiger bei Autisten beobachtet.[ii]
Weitere sprachliche Eigenschaften
Stereotypien
Immer wieder ausgeführte Sprachmuster, wie zum Beispiel das wiederholen bestimmter Wörter und Sätze (Echolalie)[iii]
Monologe
Autisten führen häufig Selbstgespräche wenn sie in ihrer „eigenen Welt“ sind.
Nonverbale Kommunikation/ Mimik / Gestik
- Verständigung ohne Worte[iv]
- Der Situation angemessene Gesichtsausdrücke (wie Wut, Trauer, Freude) fehlen
- Körperkontakt ist für autistische Kinder unerwünscht (wie zum Beispiel kurz einmal die Hand berühren, der freundschaftliche Klaps auf die Schulter)
- Mimik, Gestik und Sprachtöne/-melodien der Gesprächspartner werden nicht oder nicht richtig interpretiert. Dadurch können Sarkasmus, Ironie und Humor nicht richtig verstanden werden
Weitere Auffälligkeiten
- Ein Autist kann häufig nicht selbständig das Gespräch führen bzw. beginnen
[i] Vgl. Kehrer, Hans E. (1989), S.35
[ii] Vgl. Janetzke, H. (1993), S.19
[iii] Vgl. Janetzke, H. (1993), S.19
[iv] Vgl. Kusch, M., Petermann, F. (1990), S.23-24.
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