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AUTISMUS & Deutschland Hilfe in Vereinen - Autismus-Spektrums-Störung » autismus1.de
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Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung dessen Begriff erstmals 1911 durch den Psychiater Eugen Bleuler eingeführt wurde. In den frühen 40er Jahren wurde Autismus jedoch erst durch die Aufsätze des Kinderpsychiaters Leo Kanner (Kanner-Syndrom) sowie des Arztes Hans Asperger (Asperger-Syndrom) in das Interesse der Forscher gerückt. Deren Beobachtungen und Schilderungen wiesen erstmals auf das Thema Autismus und auf die unterschiedlichen Entwicklungen und Fähigkeiten bei betroffenen Kindern hin.


Autismus ist gar nicht so selten. Betrachtet man alle bekannten Formen von Autismus so ging man vor einigen Jahren noch von einer Häufigkeit von 4-5 auf 10.000 Kindern aus. Durch intensivere Auseinandersetzungen und Dokumentationen wurden viele Menschen für das Thema sensibilisiert, so dass auch die Diagnose häufiger erkannt und gestellt werden konnte. So sorgten vor allem die Medien dafür, dass die Autismus Erkrankung öffentlich bekannter gemacht wurde. Als bekannter und empfehlenswerter Film sei „Rainman" mit Dustin Hoffman und Tom Cruise genannt. Bis heute sind die Anzahl der an Autismus erkrankten Personen deutlich angestiegen. So geht man davon aus, dass bis zu 15-40 Autisten auf 10.000 Kinder kommen. Dabei sind Jungen häufiger von Autismus betroffen als Mädchen. Das bisher bekannte Verhältnis von Jungen zu Mädchen beträgt 4:1.


Die Diagnose „Autismus" wird in der Regel bei Kindern bis zum 3. Lebensjahr gestellt wird. Da häufig jedoch eine Entwicklungsverzögerung vermutet wird, kann auch noch nach dem dritten Lebensjahr die Diagnose gestellt werden.


Die ersten Symptome lassen sich in verändertem Sprachverhalten, auffälligen Kommunikationsmustern und anormalen sozialen Verhalten gegenüber anderen Menschen feststellen. Kinder oder Kleinkinder mit Autismus bezeichnet man daher im Allgemeinen auch als Autisten.


Die Ursachen von Autismus sind bis heute nicht endgültig erforscht und werden immer noch in einer Vielzahl von Diskussionen und Forschungsarbeiten untersucht. Die bisherige Ursachenforschung geht daher neben genetischen Faktoren, von Hirnschädigungen, biochemischen Besonderheiten, Schäden durch falsche Impfstoffe und weiteren Theorien aus. Bis es zu einer endgültigen Antwort auf die Frage zur Ursache kommt wird noch einige Zeit vergehen. Dass es sich bei dem Thema Autismus um eine noch recht junge Forschungsdisziplin handelt, zeigen die erstmals 1943 von Leo Kanner bzw. 1944 von Hans Asperger veröffentlichten Berichte. Bis heute beschäftigen sich zahlreiche Forscher, Psychiater und Ärzte mit diesem interessanten Thema. Ein Großteil der Forschungsarbeit kommt aus den USA.


autismus-kindKinder mit Autismus weisen bestimmte Auffälligkeiten auf. Diese zeigen sich besonders in der individuellen Wahrnehmung der Umwelt, der Reizverarbeitung von Geräuschen, Gerüchen und Tönen, sowie einem gestörten Kontakt- und Sozialverhalten. Weiter werden diese Symptome häufig durch verändertes Sprech-, Sprach- und Kommunikationsverhalten begleitet. Genauso auffällig können die Spiel- und Bewegungsabläufe sowie die bereits angesprochenen besonderen Interessen, Fertigkeiten oder Begabungen sein. Die Kombination dieser Auffälligkeiten macht autistisches Verhalten aus. Natürlich gibt es auch normal entwickelte Kinder, bei denen das ein oder andere Merkmal intensiv ausgeprägt sein kann. Dieses Kind ist aber nicht unbedingt autistisch veranlagt, solange die Kombination mit den anderen Auffälligkeiten nicht gegeben ist.
Es ist daher besonderes wichtig, dass die betroffenen Eltern und Pflegekräfte für das Thema sensibilisiert und herangeführt werden. Die Ursachen, Symptome, Diagnose-und die Behandlungsmöglichkeiten des Autismus sollten verstanden und richtig gedeutet werden, um betroffene Kinder zu fördern und ihnen einen angenehmen Umgang mit Ihrer Krankheit sowie ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Durch frühzeitiges Eingreifen in die Krankheit, sprich frühzeitigem Erkennen der Symptome, ist es nach heutiger Literaturmeinung möglich, den gesamten Krankheitsverlauf nachhaltig zu beeinflussen und die Erfolgsaussichten mit einer Behandlung zu steigern.


Vielen Eltern haben gewissermaßen Angst dass Ihr Kind Autismus hat und sie dadurch sozial abgekapselt oder benachteiligt werden könnten. Diese Ängste sind unbegründet und liegen meist in der fehlenden Aufklärung und das Wissen über diese Krankheit. So wissen viele z.B. auch nicht, dass Autismus deutlich von der Schizophrenie oder dem Down-Syndrom abgegrenzt werden muss. Das Hoffen und Bangen auf die ausstehende Diagnose wird daher häufig zum einem nicht unerheblichen körperlichen und seelischen Kraftakt für alle Beteiligten.


Selbst nach einer positiven Diagnose von Autismus sind Krankheitsverläufe von sehr gering bis extrem zu unterscheiden. In den letzen Jahren konnten zwar etliche Fortschritte in der Forschung verzeichnet werden, dennoch verbleiben einige unbehandelte Schwerpunkte und Randbetrachtungen der Krankheit, deren Erforschung bis heute nicht abgeschlossen ist. Eine grundsätzliche Verallgemeinerung des heutigen Forschungsstandes, sollten Sie daher nicht unbedingt vornehmen. Was konkret heißt: Machen Sie sich nicht verrückt vor Angst um die Krankheit und deren Auswirkungen. Der Verlauf der Krankheit ist so individuell wie Ihr Kind selbst und muss nicht immer in der für Sie schlechtmöglichsten Form vorliegen.


Sie werden erkennen, dass das Leben mit einem autistischen Kind viele Facetten mit sich bringen wird. So wird es für Sie zwar emotional anstrengende Tage, die vorwiegend von Enttäuschung geprägt sind geben, als auch fröhliche Momente in denen Sie und das Kind der Krankheit trotzen und dem Autismus auch positive Dinge abgewinnen können.
Sie können das Ausmaß der Entwicklung der Krankheit durch frühzeitiges Erkennen erheblich beeinflussen. Sie haben daher die Alternative sich als betroffener Elternteil oder Pflegekraft intensiv mit Autismus auseinanderzusetzen, um sich mit dem notwendigen Wissen und Handwerkszeug zu wappnen um das autistische Kind optimal zu betreuen und ihm ein vielleicht völlig normales Leben zu ermöglichen. Informationen über externe Hilfen und Ratgeber, sowie Organisationen und Hilfeeinrichtungen, welche Familien unterstützen und Ihnen Unterstützung im Umgang mit Autismus anbieten sollten Sie daher vorab kennenlernen.


Auf der anderen Seite können Sie im Vorfeld natürlich auch nichts unternehmen, sich kein Wissen aneignen und dadurch das Risiko eingehen, dass die Krankheit bei Ihrem Kind nicht rechtzeitig erkannt wird und ein normales Leben anschließend nicht mehr möglich sein wird. Durch Nichtreagieren machen Sie sich eventuell später Vorwürfe wenn Ihr Kind in Pflegeeinrichtungen groß wird und Sie nicht in der Lage waren die Verantwortung für das autistische Kind rechtzeitig zu übernehmen.


Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei autistischen Kindern zu erkennen und zu deuten. Sie sollen dazu motiviert werden, sich frühzeitig mit den möglichen Formen des Autismus zu beschäftigen, um rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Ihrem Kind zu helfen. Ein frühzeitiges Auseinandersetzen wird Sie daher bei einer eventuellen Diagnose nicht ins „kalte Wasser" werfen, sondern Sie im Umgang mit Ihren Gefühlen zu stärken. So werden Frustrationen und Verzweiflung hoffentlich ausbleiben. Ich hoffe dass dieser Ratgeber zu einer Verbesserung Ihres Wissens im Umgang mit Autismus bei Kindern beiträgt und Sie das Wissen für eine positive Weiterentwicklung Ihres autistischen Kindes einsetzen können und dem Kind damit die persönliche Entwicklung im sozialen Umfeld und im allgemeinen Lernen erleichtern können.

 

 
 

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